Sonntag, 30. Mai 2010

3. Velothon Berlin

"Am 30. Mai ist der Weltuntergang" - lautet ein bekannter Karnevalsschlager und so startete am Weltuntergangssonntag zum dritten Mal der Velothon in Berlin, ein Jedermann-Rennen über 60 bzw. 120km.
Die Organisation teilt die Stadt und ihre Besucher in zwei Lager: 12'000 Radfahrer, die großen Spaß haben, mehr oder weniger rasant über autofreie Berliner Straßen flitzen zu können und den Rest, der sich über die großräumigen Absperrungen ärgert. Ich gehöre - wie immer - zur Minderheit.
Am kühlen Morgen war der Start, die meisten Gemüter waren aber noch ausreichend von dem überraschenden Erfolg einer 19jährigen Hannoveranerin erhitzt. Ich ließ mir im Startblock erklären, dass Lena Meyer-Landrut so etwas wie die Europameisterschaften im Schlagerträllern gewonnen hat und trotzdem noch Abitur machen will. Für eine Bewohnerin der niedersächsischen Landeshauptstadt eine beachtliche Kombination. Auf jeden Fall rollten wir ab 9:40h mit "Satellite" auf den Lippen durch das Brandenburger Tor langsam Richtung Startlinie ein, vor der amerikanischen Botschaft war dann der scharfe Start und alle Sentimentalität blieb mit weggeworfenen Riegeltüten am Straßenrand liegen.

Es ging auf den 120km-Parcours über Westend, Dahlem, Lichterfelde nach Teltow, weiter über Ruhlsdorf, Neubeeren und Ludwigsfelde und dann über die B 101 bis nach Lankwitz. Hier kamen die ersten heftigen Regenschauer, dazu ordentlicher Wind und bei mir einige ernsthafte Zweifel, was ich da eigentlich an einem Sonntagvormittag im strömenden Regen im Brandenburger Umland auf dem Fahrrad zu suchen habe. Danach ging es über das ehemalige Flugfeld des Flughafens Tempelhof und spätestens hier waren die restlichen Körner endgültig alle.
Die letzten 25 km über Neukölln und Moabit zurück zum Ziel auf der Straße des 17. Juni waren geprägt vom Schlaf- und Trainingsmangel der letzten Wochen und entsprechend verhalten. Und so war ich froh, nach 3:15 h unverletzt ins Ziel gekommen zu sein. Das war zwar 10 min schneller als im Vorjahr, aber trotzdem vollkommen unbefriedigend. Eine Zeit deutlich unter 3:00 h muss eigentlich möglich sein!
Auf ein Neues in 2011!

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